Menu

Helmut Berger/Klassenkampf

2015

„Ich hab’, als ich jung war, besser ausgesehen als Brad Pitt, tausendmal besser“

Mineralien als Symbol für das ungleiche Verhältnis von Wahrnehmung und Wertschätzung von Material und Produkt. Doch weshalb gerade die Abbildung von Gesteinen? Mit Max Hänisch, Autor von „Führer durch die Schausammlung Mineralogisches Museum“ und Max Hänisch, Kunststudent, treffen zwei Identitäten aufeinander, die ausser ihres Namens die Abbildung von Exponaten verbindet. „Ich hab’, als ich jung war, besser ausgesehen als Brad Pitt, tausendmal besser“ veranschaulicht kontrastiv Wertigkeiten: Max Hänisch veröffentlicht im Geburtsjahr desgleichen oben genanntes Werk, was sein Alter Ego durch die Aufrasterung der Mineralien aus dem Führer vor einem verschobenen Wertekontext „entkörpert“. In der Arbeit „Ich hab’, als ich jung war, besser ausgesehen als Brad Pitt, tausendmal besser“ erfolgt dies auf verschiedenen Ebenen: Das Zitat Helmut Bergers pointiert die zentrale Rolle der Selbstwahrnehmung in Zeiten von Facebook und Instagram, in denen sich Selfies als eigenständiges Genre etablieren. Vor dem Hintergrund einer ironischen Selbstdarstellung und auf der ständigen Suche nach sich selbst stieß Max Hänisch auf den gleichnamigen Autor. Auch das Material an sich wird im weitesten Sinn „entkörpert“. Am Tageslicht belichtetes Fotopapier wird zum Bildträger für die Siebdrucke von verschiedenen Mineralien. Das Fotopapier wird durch die Belichtung am Tageslicht entwertet, erfüllt dann aber letztlich doch seinen Zweck als Bildträger. Durch diesen Prozess wird die traditionelle sowie die moderne Einheit der Fotografie in Frage gestellt sowie die generelle Wertschätzung künstlerischer Medien und Materialien hinterfragt.